Wir über uns
„Wenn mir jemand die Frage stellt, was das besondere am Tauchsport sei, dem gebe ich zur Antwort, dass es einer der wenigen Sportarten ist, den zwei Menschen tatsächlich miteinander und nicht gegeneinander ausüben. Selbst beim Tennis oder Squash kämpfen die Spielpartner um Punkte. Beim Tauchen gibt es keine Sieger. Abgesehen vom gemeinsamen Erleben der Unterwasserwelt ist Einfühlsamkeit gefordert.
Die Stimmung und Schwächen des anderen erkennen, aber nicht ausnutzen, Ängste nicht nur sich selbst eingestehen, Rücksichtnahme auf den Schwächsten der Gruppe, manchmal eine Gratwanderung an der eigenen Belastbarkeit und die Bereitschaft, sich hingeben zu können. Verantwortung für das Leben seines Partners übernehmen.
Und das uneingeschränkte Vertrauen vermitteln: "Dir wird nichts geschehen.
Ich verstehe Dich auch ohne Worte, achte auf Dich und bringe Dich sicher wieder nach oben." Jeder Tauchgang verbindet - beinahe wie eine durchliebte Nacht. Falschheit, Konkurrenzkampf, Selbstsucht, Tricks & Täuschungen sind im Wasser so fehl am Platz, wie erst genanntes auf dem Fußballfeld. Das wird wohl jeder unterschreiben.
Warum nur fällt es einigen bloß so schwer, sich auch über Wasser partnerschaftlich zu verhalten - so, wie man es von ihnen als Tauchpartner unter Wasser erwarten kann? Geheimniskrämerei, Rivalität und Absonderung passen weder zum Stil des Vereinslebens noch zur Mitgliedergemeinschaft !
Es geht eben doch nicht um eine Liebesnacht, sondern um DTSA Abnahmen und die Weiterbildung zum selbständigen Tauchen, ein (zugegeben) feiner Unterschied. Aber darüber kann man doch reden...“
Ein Beitrag von Constanze Zimmernann im „Tauchsiederle“ Juni 1995







